Energiesparhaus – Haus mit Zukunft

Was ist ein Energiesparhaus?

Der Energieverbrauch unserer Erde hat sich laut einer Studie des Weltenergierates vom Jahr 1970 bis zum Jahr 2005 nahezu verdoppelt. Der Anteil an erneuerbaren Energien ist dabei jedoch nicht erheblich gewachsen und die fossilen Brennstoffe sind nicht unendlich vorhanden, sodass die Preise für Energiestoffe immer teurer werden. Das Energiesparen wird somit immer wichtiger.

Seit dem Jahr 2009 gibt es in Deutschland den Energieausweis, der Wohnungen und Häuser in bestimmte Energiespar-Kategorien einteilt. Auf dem Energieausweis wird ein Haus einer von mehreren Effizienzklassen zugeteilt, abzulesen an den Farben Grün bis Rot. Grün bedeutet demnach einen geringen Verbrauch, rot einen sehr hohen Verbrauch. Langfristig sollen nur noch Häuser gebaut werden, die der grünen Effizienzklasse entsprechen und demnach zu einem Energiesparhaus werden.

Seit 2009 erhält jedes Haus einen Energieausweis.

Seit 2009 erhält jedes Haus einen Energieausweis.

Generell werden Gebäude als Energiesparhäuser bezeichnet, welche weniger Energie für Heizung und Warmwasser verbrauchen als Durchnittshäuser. Im Jahre 2002 wurden in der Energiesparverordnung (EnEV) das erste mal Mindestwerte festgelegt, die nun beim Neubau von Häusern eingehalten werden müssen. Diese Richtlinien haben sich sowohl im Jahre 2004 als auch in den Jahren 2007, 2009 und 2012 weiter verschärft. Jedes neu gebaute Haus muss nun ein Energiesparhaus sein.

Es gibt auch bei Energiesparhäusern noch unterschiedliche Haustypen, zum Beispiel das Niedrigenergiehaus, das 3-Liter-Haus, das Effizienzhaus, das Nullenergiehaus, das Plusenergiehaus oder das Passivhaus. All diese Bezeichnungen findet man wieder, wenn man heutzutage in Katalogen von Baufirmen blättert. Für jedes dieser Baukonzepte gelten klare Grundlagen, die beim Bauen eingehalten werden müssen. Es muss sich an genaue Messwerte für den Energieverbrauch von Heizung und Warmwasser gehalten werden, die technischen Anforderungen für die Dämmung der Fenster und Türen müssen erfüllt sein und die Lüftung und Kühlung muss nach genauen Maßstäben erreichtet werden, damit eine Baufirma ein Haus mit einem dieser Titel versehen darf.

Das Niedrigenergiehaus

Das Niedrigenergiehaus ist ein Energiesparhaus, das 30 Prozent weniger Energie für Heizwärme und Warmwasser benötigt als das Durchschnittshaus. Es kann sich dabei sowohl um ein Massivhaus als auch um ein Fertighaus handeln. Der Heizwärmebedarf darf dabei höchstens 70 kWh betragen bzw. 7 Liter Heizöl und 7 Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter und Jahr. Hier kann man schon die Veränderungen der Energiesparverordnung bzw. der Wärmeschützverdordnung (WSVO) für Energiesparhäuser sehen, denn im Jahre 2002 erlaubte diese noch einen Heizwärmebedarf von 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
Zusätzlich zu diesen Vorgaben sorgen viele weitere technische Besonderheiten in diesem Haus für einen noch geringeren Energieverbauch.

Alle Komponenten der Niedrigenergiehäuser sind im Prinzip verbesserte Varianten der Bauteile des damaligen Energiesparhauses und erfordern demnach auch keine besonderen zusätzlichen Baustoffe, sodass auch kaum zusätzlicher Aufwand beim Hausbau entsteht. Fachleute bewerten den Mehraufwand mit etwa 3–8 Prozent in Bezug auf Kosten und Bauaufwand.

Besonders wichtig für eine gute Energieeffizienz ist eine gute Wärmedämmung.

Besonders wichtig für eine gute Energieeffizienz ist eine gute Wärmedämmung.

Für die Bewertung des Energiesparhauses sind einige Faktoren besonders wichtig. Dazu gehört der sehr gute Wärmeschutz, die Vermeidung von sogenannten Wärmebrücken, eine normgerechte Luftdichtheit, Wärmeschutzverglasungen, eine gut kontrollierte Wohnungslüftung und eine effiziente Haustechnik. Auch die Gebäudeform und die Gebäudehülle müssen besonderen Anforderungen entsprechen.
Generell lässt sich dieser Standard bei allen Neubauten und sogar bei Altbausanierungen umsetzen.

Das 3-Liter-Haus

Es gibt zum Energiesparhaus, das dem Niedrigenergiestandard entspricht, inzwischen noch weitere Verbesserungen. So können die Kosten für den Heizbedarf noch deutlich weiter gesenkt werden, wenn man sich an moderne Bau- und Anlagetechniken hält. Das 3-Liter-Haus gehört zu den Ultra-Niedrigenergiegebäuden, die nur ungefähr so viel Primärenergie pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen, wie sich in 3 Litern Heizöl befinden, also etwa 30 kWh Energie pro Quadratmeter und Jahr. Dabei ist sogar schon der Strom für Pumpen, Regelung und Brenner mit einbezogen. Ein Unternehmen namens Fraunhofer IBP hat Ende der 90er Jahre diesen Standard entworfen und hat sich den Namen „3-Liter-Haus“ daraufhin markenrechtlich schützen lassen.

Wer ein Haus baut, bestimmt seine zukünftigen Heizkosten selbst. Das ist ein großer Vorteil. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Haus verbaucht ein 3-Liter-Haus nur etwa ein Drittel der Energie, um Räume zu beheizen. Dieses Energiesparhaus ist ein sehr großer Schritt in Richtung der Unabhängigkeit vom stetig steigenden Ölpreis auf dem Weltmarkt und den gleichzeitig steigenden Gas- und Brennholzpreisen.

Der Standard für dieses Energiesparhaus ist bei allen Neubauvorhaben und bei fast allen Sanierungsarbeiten zu erreichen. Grunsätzlich sind die Komponenten, die beachtet werden müssen, die gleichen wie bei einem Niedrigenergiehaus. Lediglich müssen einige Bauteile eine noch hochwertigere Qualität vorweisen. Genauer ist damit gemeint:

  • In der Außenwand muss die Dämmung etwa 45 cm dick sein, ebenso müssen die Decken, das Dach und der Keller sehr gut gedämmt sein.
  • Es werden 3-fach Wäremschutzscheiben und wärmedämmende Fensterrahmen zum Bau benutzt.
  • Wärmebrücken werden vollständig vermieden.
  • Wärmepumpen, eine energieeffiziente Heizung und Photovoltaik– oder andere Solaranlagen für Warmwasser und Aufheizung der Zugluft werden eingebaut.

Sind diese Kriterien erfüllt, kann ein Haus sich 3-Liter-Energiesparhaus nennen.

Das Passivhaus

Jedes Energiesparhaus sollte über eine Solarthermie-Anlage verfügen.

Jedes Energiesparhaus sollte über eine Solarthermie-Anlage verfügen.

Das Passivhaus ist ein Energiepsarhaus, das momentan weltweit den führende Standard ausmacht. Insgesamt verbraucht es fast 90% weniger Energie als ein Altbau und 75% weniger als ein durchschnittlicher Neubau. Das Ziel ist, einen Verbauch von 15 kwh pro Quadratmeter und Jahr zu erreichen. Damit liegen die monatlichen Heizkosten nur noch zwischen 10 und 25 Euro, Preise, die mit einem herkömmlichen Heizungssystem niemals erreicht werden können – außer vielleicht, die Heizkörper sind ausgeschaltet. Es wird „passiv“ warm gehalten, hat also kein aktives Heiz- und Klimatisierungssystem. In seinem Inneren nutzt es die vorhandenen Energiequellen, wie zum Beispiel einfallende Sonnenwärme, die Körperwärme der Menschen, die darin wohnen, und auch die erzeugte Wärme der Elektrogeräte. Typisch ist, dass es meistens große Fensterfronten nach Süden und relativ wenige Fenster nach Norden sowie einen kompakten Baukörper hat. Durch eine extrem wärmedämmende Gebäudehülle und dazu besonders energieeffiziente Bauteile, kann man enorm viel Energie sparen. Es stellt sich eine sogenannte “thermische Behaglichkeit” ein, der Wohnkomfort in einem solchen Energiesparhaus ist extrem hoch. Zusätzlich verfügt es in der Regel auch über Solarthermie Technik
Um ein Passivhaus zu errichten, müssen in Bezug auf die verwendeten Komponenten hohe Anforderungen erfüllt werden.

  • Die Außenhülle des Gebäudes muss luftdicht sein.
  • Es darf keine Wärmebrücken geben, damit die Oberflächentemperatur im Haus gleichäßig verteilt wird.
  • Eine Komfortlüftung sorgt dafür, dass genau so viel frisch Luft ins Haus geführt wird, wie von den Bewohnern benötigt wird, und regelmäßig verbrauchte Luft abgeführt wird.
  • Es wird mit Frischluft geheizt, das heißt eine Lüftungsanlage holt bis zu 95% der Wärme aus der Abluft zurückholt und setzt diese mit einem Wärmeüberträger der Zuluft bei.

Um ein solches Energiesparhaus zu bauen, kann man im Prinzip jede Baufirma engagieren, die den Bau von Passivhäusern anbietet. Es handelt sich dabei um ein Baukonzept und nicht um einen Markennamen, sodass es von jeder Firma umgesetzt werden kann.

Das Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus hat die beste Energieeffizienz.

Das Nullenergiehaus hat die beste Energieeffizienz.

Das Nullenergiehaus verbraucht weltweit bisher am wenigsten Energie. Ziel ist es heir, den gesamten Enrgiebedarf durch selbstständige Erzeugung abzudecken. Bislang wurden jedoch nur sehr wenige dieser Häuser fertiggestellt, da das Konzept noch sehr neu ist. Im Laufe der Jahre wird sich auch dieses Konzept durchsetzen und dafür sorgen, dass Hauseigentümer nahezu vollkommen unabhängig vom energetischen Weltmarkt sind.

Zusammenfassung der Varianten von Energiesparhäusern

Typ Verbrauch
Niedrigenergiehaus 30% weniger als das Durchschnittshaus, 70 kwH/m² und Jahr
3-Liter-Energiesparhaus 70% weniger als das Durchschnittshaus, 30 kwH/m² und Jahr
Passivhaus 85% weniger als das Durchschnittshaus, 15 kwH/m² und Jahr
Nullenergiehaus noch nicht klar, jedoch noch geringer als das Passivhaus

Was sind die Vorteile von Energiesparhäusern?

Die Vorteile liegen auf der Hand. Für den Verbraucher zeigt sich vor allem der finanzielle Vorteil, der bei einem Energiesparhaus automatisch entsteht. Bis zu 85% gegenüber einem durchschnittlichen Haus kann nicht nur in punkto Energie, sondern auch in punkto Geld gespart werden. Zum Vergleich: Bei einem Passivhaus, dem momentan gängisten und höchsten Standard der Neubauten, zahlt der Besitzer durchschnittlich zwischen 10 und 25 Euro im Monat für Heizkosten. Für ein Haus gleicher Größe, das jedoch bereits 30 Jahre alt ist und über eine klassische Gasheizung verfügt, zahlt eine Durchschnittsfamilie ungefähr 200 Euro im Monat für Heizkosten, also in etwa die Jahreskosten für ein Passivhaus. Die Einsparungen beim Bau von einem solchen Energiesparhaus sind also wirklich enorm.

Neben den finanziellen Vorteilen tut jeder, der ein Energiesparhaus baut, der Umwelt einen Gefallen. Es werden nicht mehr die Rohstoffe der Erde zunichte gemacht, sondern alle erforderliche Energie wird selbst erzeugt. Und dabei erhöht sich auch noch der Wohnkomfort um ein Vielfaches. Meist wird in einem Energiesparhaus auf Fußodenheizungen gesetzt, sodass die üblichen Heizkörper an den Wänden wegfallen. Stattdessen gehören kalte Füße der Vergangenheit an und im Winter herrscht wohlige Wärme im ganzen Haus.
Durch Erdwärme (auch Geothermie) fungiert die Heizung gleichzeitig als Lüftung in den Wintermonaten und als Klimaanlage im warmen Sommer. Mit nur einer Pumpe wird so also das ganze Jahr über für ein angenehmes Klima gesorgt.

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick

  • Bis zu 85% mehr Geldersparnis im Vergleich mit Standardhäusern, wie sie noch vor einigen Jahren gebaut wurden
  • Generell sehr niedrige Nebenkosten
  • Eine nachhaltige Schonung der Umwelt durch modernisierte Heiz- und Klimatechniken entsteht ein besseres Wohn- und Raumklima

Gibt es Nachteile bei einem Energiesparhaus?

Anfangs könnten die Bauherren die erhöhten Baukosten als einen Nachteil ansehen. Dies ist jedoch auf die Jahre gerechnet ein Trugschluss, denn die höheren Kosten lassen sich durch die niedrigen Nebenkosten schnell wieder ausgleichen, denn man muss beispielsweise sehr viel weniger heizen.

Früher gab es bei einem Energiesparhaus noch nicht so viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten wie bei einem Durchschnittshaus, jedoch hat sich dieser Nachteil in den letzten Jahren gegeben. Zwar müssen beim Bau bestimmte Normen erfüllt werden und die Außenform muss bestimmten Anforderungen entsprechen, jedoch gibt es hier inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, trotz dieser Standards das Äußere des Hauses nahezu so zu formen, wie die Besitzer es wünschen. Im Laufe der Zeit entwickeln sich immer weitere Designs für das Energiesparhaus, sodass sie dem Äußeren eines Durchschnittshauses in nichts mehr nachstehen.

Fazit

Jeder, der den Traum vom eigenen Haus verwirklichen möchte, sollte sich für ein Energiesparhaus entscheiden. Neben den niedrigen Nebenkosten kann so nachhaltig unsere Umwelt entlastet werden, sodass auf Dauer eine Regeneration unserer Erde geschehen kann. Zwar sind die Kosten für den Hausbau etwas höher, jedoch lohnt sich der anfängliche Mehreinsatz definitiv, wenn man den daraus resultierenden Nutzen und die Vorteile in der Zukunft betrachtet. Außerdem sind Hilfen bei der Finanzierung beispielsweise mithilfe einer Förderung durch die KfW Bank möglich. Ist man schon Hauseigentümer, sollte man überlegen, seine Immobilie zu sanieren. Ein Energiesparhaus kann man heutzutage von jeder Baufirma planen errichten lassen.

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