EnEV 2014 – Überblick der 10 wichtigsten Änderungen

Die EnEV hilft alten wie neuen Häusern Energie zu sparen

Die zum 1. Mai 2014 überarbeitete Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, brachte zahlreiche Neuerungen, deren Inkrafttreten teilweise verzögert erfolgt.

Die 10 wichtigsten Änderungen der EnEV 2014

Bestimmte wichtige Änderungen sind auf den 1.Mai 2015 terminiert oder auf den 1. Januar 2016. Die zehn wichtigsten Änderungen der 30 Paragrafen umfassenden Verordnung und den dazugehörigen Anlagen sind nachfolgend aufgeführt und erläutert.

  1. Strom aus erneuerbaren Energien
  2. Der Ausbau und die Erweiterung von Gebäuden
  3. Dämmpflicht nach EnEV 2014
  4. Anforderungen an Wohngebäude
  5. Anlagen und Gebäude nachrüsten
  6. Die Ausstellung von Energieausweisen
  7. Übergangsvorschriften bezüglich Energieausweise
  8. Immobilienanzeigen
  9. Empfehlungen zur Energieeffizien
  10. Ausnahmeregelungen für Flüchtlingsunterkünfte

1. Strom aus erneuerbaren Energien

Im § 5 der EnEV ist nun festgelegt, dass die Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen auf den Endenergiebedarf angerechnet werden kann. Voraussetzung dafür ist zum einen die Energieerzeugung direkt am jeweiligen Gebäude, also etwa eine auf dem Dach montierte Solar- oder Photovoltaikanlage, und zum anderen das die gewonnene Energie ausschließlich selbst genutzt und Überschüsse in das öffentliche Netz geleitet werden.

2. Der Ausbau und die Erweiterung von Gebäuden

Die Vorschriften zur Wärmedämmung bei nachträglichen Anbauten wurden in der EnEV 2014 verschärft. In § 9, Änderung, Erweiterung und Ausbau von Gebäuden, ist ausgeführt, dass Anbauten oder Erweiterungen an bestehenden Gebäuden so auszuführen sind, dass der bereits ermittelte Wärmedurchgangskoeffizient nicht verschlechtert wird. Ein Beispiel hierfür wäre der Anbau eines Wintergartens, der eine schlechtere Dämmung aufweist als das übrige Gebäude und so, aufgrund der Erweiterung der Wohnfläche, insgesamt den Energiebedarf über den festgelegten Koeffizienten ansteigen lässt.

3. Dämmpflicht nach EnEV 2014

Diese in der Anlage 3 zu den § 8 und 9 aufgeführten Änderungen sind als sehr umfangreich und gravierend für Hausbesitzer und Bauherren zu betrachten.
Detaillierte Informationen zur Dämmpflicht gibt es auf http://www.hausverwalterscout.de/Magazin-Strengere-Daemmpflicht-nach-EnEV-2014-was-es-zu-beachten-gilt-764

4. Anforderungen an Wohngebäude

Auch in Punkt 4 der Änderungen in der EnEV 2014 sind die wichtigsten Merkmale in der Anlage 1 zu den § 3 und 9 zu finden. Dabei geht es um eine Änderung der Höchstwerte bezüglich Energiebedarf und Wärmeverlust für Neubauten. Der mit Abstand wichtigste Punkt findet sich hierbei in Absatz 1.2, in dem aufgeführt ist, dass Neubauten, die nach dem 1. Januar 2016 errichtet werden, keinen höheren Wärmeverlust aufweisen dürfen als das zur Berechnung herangezogene Referenzgebäude.
Ausgenommen davon sind nur Gebäude, deren Bauantragstellung oder Bauanzeige bereits vor dem 1. Januar 2016 erfolgte.

5. Anlagen und Gebäude nachrüsten

Der in § 10 aufgeführte Punkt, das Heizungsanlagen mit dem Einbaudatum 1. Oktober 1978 und älter nicht mehr betrieben werden dürfen, findet nun im gleichen Absatz eine Erweiterung. Dabei dreht es sich um Heizkessel, die mit Heizöl oder Gas betrieben werden, und vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden. Diese Heizkessel dürfen ab dem Jahr 2015 nicht mehr genutzt werden. Alle Öl- oder Gasheizkessel, die nach dem 1. Januar 1985 in Betrieb genommen wurden, dürfen maximal 30 Jahre verwendet werden. Weiterhin ist in § 10, Absatz 3 aufgeführt, dass Wohn- und Nichtwohngebäude, die im Jahr für mindestens 4 Monate auf mehr als 19 Grad aufgeheizt werden, zur obersten Geschossdecke, also der Decke zum (unbeheizten und / oder ungedämmten) Dachboden, einen Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 aufweisen müssen. Diese Regelung tritt zum 31. Dezember 2015 in Kraft.

6. Die Ausstellung von Energieausweisen

Der § 16 zur Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen wurde fast vollständig überarbeitet. So ist nun in Absatz 1 festgelegt, das der Bauherr dem Eigentümer des Gebäudes, wenn nicht in Personalunion, unverzüglich nach der Fertigstellung einen Energieausweis übergibt.
In Absatz 2 wurde die Vorlagenpflicht des Energieausweises bei Verkäufen genauso wie bei Vermietungen oder Leasinggeschäften mit Gebäuden festgelegt. Bei Abschluss eines Vertrages muss dem Käufer, dem Mieter oder Leasingnehmer zusätzlich eine Kopie des Energieausweises überreicht werden.
Laut Absatz 3 des § 16 sind die Eigentümer von behördlich genutzten Gebäuden mit mehr als 250 qm Nutzfläche und Publikumsverkehr ab dem 8. Juli 2015 verpflichtet, den zum Gebäude gehörenden Energieausweis öffentlich und gut sichtbar auszuhängen.
Für nicht behördlich genutzte Gebäude gilt diese Regelung nach Absatz 4 erst ab 500 qm.

7. Übergangsvorschriften bezüglich Energieausweise

Energieausweise, die nach der EnEV-Fassung 2004 ausgestellt wurden, sind laut § 29 für 10 Jahre gültig, sie laufen folglich spätestens zum 1. Oktober 2017 aus, da zum 1.Oktober 2007 die dritte Fassung der EnEV in Kraft trat. Energieausweise, die im Zeitraum vom 30.September 2007 bis 1. Mai 2014 ausgestellt wurden, unterliegen ebenso den Pflichten aus § 16 der EnEV wie neuere Ausweise, mit Ausnahme der Angabe zur Energieeffizienzklasse.

8. Immobilienanzeigen

Werden Gebäude oder Wohnungen mittels einer Immobilienanzeige, Internet oder Printmedien, veräußert, so sind nach § 16a in den Inseraten bestimmte Inhalte aus einem vorliegenden Energieausweis aufzuführen. 1. Die Art des Energieausweises. 2. der Endenergieverbrauch des Gebäudes. 3. der wesentliche Energieträger für die Heizung (Öl, Kohle, Gas, Strom, Photovoltaik). 4. Das im Energieausweis aufgeführte Baujahr. 5. die Energieeffizienzklasse.
Diese Pflichtangaben sind auch für Verpächter oder Leasinggeber gültig.

9. Empfehlungen zur Energieeffizienz

Mit der Neufassung der EnEV 2014 werden nach § 20 die Aussteller von Energieausweisen verpflichtet, Empfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz auszusprechen, soweit dies möglich ist. Können aus bestimmten Gründen keine Empfehlungen gegeben werden, so ist dies im Energieausweis zu vermerken.
Diese Empfehlungen können sich auf das gesamte Gebäude, aber auch auf bestimmte Teile der Anlagen und Einrichtungen beziehen, besitzen jedoch für den Eigentümer des Gebäudes keine verpflichtende Wirkung, solange die aktuell bestehenden Vorgaben zur EnEV erfüllt sind.

10.Ausnahmeregelungen für Flüchtlingsunterkünfte

Ein sehr aktuelles Thema wurde im § 25a der EnEV 2014 aufgegriffen, betreffend Gebäude, die für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden gedacht sind. In Absatz 1 ist vermerkt, das Gebäude, die eigentlich den Maßgaben des § 9 der EnEV unterliegen bezüglich Änderung, Erweiterung und Ausbau, bis zum 31. Dezember 2018 befreit sind, wenn sie als Aufnahmeeinrichtungen nach § 44 beziehungsweise als Gemeinschaftsunterkünfte nach § 53 des Asylgesetzes genutzt werden. Lediglich die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz sind einzuhalten. Die zuständigen Landesbehörden, Absatz 2, können von einer unbilligen Härte ausgehen, wenn Baumaßnahmen nach § 9 der EnEV eine Inbetriebnahme von Unterkünften für Flüchtlinge verzögern würden und sind in der Lage, entsprechenden Anträgen auf Befreiung bis zum 31. Dezember 2018 stattzugeben.
Ebenso sind solchermaßen genutzte Gebäude, Absatz 3, von den Verpflichtungen aus § 10, Absatz 3, der EnEV befreit. Hierbei geht es um die Dämmung oberster Geschossdecken.

 

 

Bildquelle: smuki/Bigstock.com

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